




Nach dem wir die Einführungswoche, in der es darum ging Estelí und die nicaraguaischen Freiwilligen kennenzulernen, hinter uns gebracht hatten fuhren wir am Samstagmorgen nach Miraflor. Miraflor ist ein Naturschutzgebiet in der Nähe von Estelí. Am Abend vorher hatten wir abgestimmt und entschieden uns dafür den ersten Bus um 6 Uhr morgens zu nehmen, auch wenn das hieß um 4:30 Uhr aufzustehen um um 5:30 Uhr am Busbahnhof zu sein stellte sich dies später als eine gute Entscheidung heraus. Da wir mit die Ersten am Busbahnhof (cotran norte) waren bekamen wir sogar noch einen Sitzplatz im Bus welches die Fahrt auf den holprigen und von Bächen durchkreuzten Straßen nach Miraflor etwas angenehmer gestaltete. Als wir ankamen erwartete uns ein deftiges Frühstück, typisch Nicaraguanisch mit Reis. Das brauchten wir aber auch, da wir eine lange Wanderung vor uns hatten. Auf dem Weg zum Wasserfall nahmen wir den Umweg über die Comunidad und lernten so gleich auch die örtliche Schule kennen. Die ca. drei Stunden Fußmarsch zum Wasserfall wurden dann durch ein Bad im kühlen Nass belohnt. Die Landschaft in Miraflor ist echt beeindruckend und auf der Wanderung konnten wir viele Tiere und Pflanzen beobachten. Auf dem Rückweg nahmen wir den schnelleren Weg, so dass uns der Regen erst auf den letzen Metern erwischte. (Da es in der Regenzeit in Nicaragua fast immer nachmittags regnet, war es gut den frühen Bus zu nehmen. So konnten wir die morgendliche Sonne noch genießen). Inzwischen war es 4 Uhr und auf der Finca erwartete uns ein leckeres Mittagessen. Die Finca in der wir untergekommen waren hatte auch ein Baumhaus. Natürlich wollten alle darin schlafen so wurde ein Wettbewerb organisiert, um so darüber zu entschieden wer im Baumhaus schlafen dürfte. Wir anderen bezogen unsere Hütten und machten abends noch ein Lagerfeuer bei der uns eine Frau Geschichten über die Revolution erzählte. Ich persönlich beeindrucke die Gruppe immer wieder mit meinem Talent immer und überall schlafen zu können, so bekam ich von den Geschichten leider nicht so viel mit. Der Tag hatte mich doch zu sehr geschafft.
Am nächsten Tag wollten wir dann den Sonnenaufgang von einem Aussichtspunkt sehen. Dafür nahmen wir es in Kauf den zweiten Tag in Folge zu unmenschlicher Zeit aufzustehen. Um 5 Uhr gingen wir mit der Hoffnung, dass sich die Wolken lichten würden, los. Dieser Wunsch wurde leider nicht erfüllt. Trotzdem lohnte sich der Ausflug, da wir danach noch an einem unglaublich großen und holen Baum vorbeikamen. Nach dem wir gefrühstückt hatten halfen wir dann noch bei der Arbeit die es auf dem Land so zu tun gibt. Einige von uns ernteten Bananen andere bereiteten Tierfutter vor oder suchten Feuerholz. Carla und ich präparierten Saatkartoffeln für die Ernte in dem wir alle Wurzeln abmachten. Danach war auch schon wieder die Abfahrt angesagt. Wir packten unsere 7 Sachen und Terry hetzte uns zum Bus der natürlich viel zu spät kam. Deswegen hätten wir uns gar nicht beeilen brauchen aber immerhin gab es uns die Möglichkeit noch Affen anzuschauen die auf dem Baum gegenüber von der Bushaltestelle waren. Nach einer abenteuerlichen Rückfahrt in einem viel zu vollem Bus kamen wir dann alle erschöpft zu Hause an und ich konnte nichts anderes mehr machen als zu schlafen.

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