Dienstag, 10. Januar 2012

Kaffeeernte



Eine Tasse Kaffee am Morgen und nachmittags im Bistro an der Uni noch mal eine. In der Klausurphase vervielfacht sich die Menge dann nochmal um einiges. Das hinter meinem Kaffeegenuss mehr Arbeit steckt als einfach nur die Kaffeemaschine anzustellen, habe ich am letzen Samstag am eigenen Leib erfahren.



Am Samstag fuhr ich mit Franzi nach Venecia. Venecia ist eine Gemeinde von Condega die ca. 1.5 Stunden vom Zentrum entfernt liegt. Ein Bus fährt nur zweimal am Tag. Darum hieß es dann auch früh aufstehen. Um 5.30 Uhr machten wir uns auf den Weg, damit wir um pünktlich um 7 Uhr mit der Arbeit zu beginnen. Auch Daniel (ein Arbeitskollege von mir aus der INPRHU), sein Bruder und sein Vater stiegen etwas später in den Bus ein. In Venecia angekommen mussten wir noch ein Stück gehen um zur „Kaffeeplantage“ zu kommen. Es war ein ganz schön steiler Weg und Franzi und ich waren aufgrund Schuhmangels nur mit Chucks ausgestattet. Dies wurd mir auch gleich zum Verhängnis und ich landete im Matsch. Endlich unten angekommen ging es gleich wieder Bergauf; Kaffee wächst an steilen, kühlen und feuchten Berghängen! Wir banden uns Körbe um die Hüften und auf gings zu den Kaffeepflanzen. Wir ernteten alles ab: grüne und rote Früchte; das Stück Land von Daniels Familie ist recht klein und darum würde es sich nicht lohnen nur die roten Früchte zu ernten. Man müsste zu oft den weiten Weg nach Venecia auf sich nehmen, da immer nur ein paar Früchte pro Pflanze reif werden. Also wurd einfach alles geerntet was wir an den Sträuchern/Bäumen fanden und in Säcken gesammelt.
Nach der Mittagspause mussten wir dann die grünen von den roten Früchten sortieren. Die roten mussten nämlich noch in einer Art Mühle von der Schale befreit werden, da von diesen nur die Kaffeebohne getrocknet wird. Die grünen werden so wie sie sind getrocknet dann leicht angeröstet und dadurch geht die Schale ab. Wir kamen auf jeden Fall richtig in Stress weil wir bis 4 Uhr fertig sein mussten um den Bus nicht zu verpassen. Im Endeffekt hatten wir uns ganz umsonst so beeilt. Der Bus kam nämlich zu spät und wir warteten noch fast eine Stunde mit 1,5 gefüllten Säcken voller, noch ungetrockneter, Kaffeebohnen. Daniels Familie wird noch 3 mal nach Venecia fahren müssen bis alles abgeerntet ist. Danach haben sie so viel Kaffee, dass es für die Familie für ein Jahr reicht.

Meinen morgendlichen Kaffee werde ich jetzt auf jeden Fall bewusster trinken.
Es steckt schon harte Arbeit hinter einer Tasse Kaffee!



Donnerstag, 5. Januar 2012

Weihnachten und Silvester

Und schon ist 2012 und ich bin echt schon 4 Monate hier. Jetzt kann ich auch sagen: Dieses Jahr sehen wir uns wieder! Aber erst einmal werde ich davon berichten wie ich Weihnachten und Silvester in Nicaragua verbracht habe.




Weihnachten war eigentlich ein Tag wie jeder andere. Es war warm wie immer, so dass kaum an Weihnachten gedacht werden konnte. Das beste war eigentlich dass ich Besuch aus Deutschland von Franzi meiner Schwester bekommen hatte. Gemeinsam packten wir am 24 die Geschenke ein die sie größtenteils (auf meine Bestellung) aus Deutschland mitgebracht hatte. Meine Gastschwester Darling verbrachte den gesamten Tag damit Essen, für geschätzte 20 Leute zu kochen. Franzi und ich gingen Abends noch zu meiner früheren Gastmutter Doña Eva und brachten ihr etwas Schokolade vorbei. Sie freute ich sehr meine kleine Schwester kennen zu lernen. Als wir dann wieder nach Hause kamen war Darling alleine zu Hause. Meine Gastmutter und Dariel (Darlings Sohn) waren zu einem anderen Teil der Familie gefahren. Darling wollte gerne ins Las Vegas gehen. Da Franzi aber immer noch Jetlag geplagt war und auch ich wenig Lust hatte den 24 schon vor der Bescherung in der Disko bei Raggaeton und Ranchera zu verbringen, blieben wir zu hause. Auch Darling fühlte sich dadurch verpflichtet zuhause zu bleiben hatte aber den Rest des Abends bis zur Bescherung schlechte Laune und verbrachte die Zeit mit ihrem Handy. Später kam noch eine Freundin mit ihrem Kind vorbei, welches seine ersten Weihnachten verbringen würde. Hier ist es üblich sich für Weihnachten komplett neu einzukleiden (was „estrenar“ genannt wird) So erschien auch das Baby in einem neuen rotem Kleid und auch Darling machte sich schon Wochen vor Weihnachten Gedanken darüber was sie anziehen würde. Ich beschloss diesem Brauch nicht mitzumachen, da ich einfach keinen Bock hatte nochmal shoppen zu gehen freute mich aber dass Franzi meine schwarze Jeans im Gepäck hatte, die bei mir leider nicht mehr in den Koffer gepasst hatte. Das ist ja dann quasi auch neu, für hier ;-) Vllt. Zählt es ja ein bisschen als „estrenar“. Diana und ihr Kind mussten aber leider früh nach Hause, weil die Kleine in meinem Bett einfach nicht einschlafen wollte. Als dann um 11 endlich Dariel und Rosita wiederkamen war doch noch ein bisschen mehr Stimmung bei uns zu Hause und auch Jay und Hilde kamen vorbei. Bis Mitternacht mussten wir aber noch aushalten bis es die Geschenke geben würde. Danach ging jeder einzeln nach vorne und verteilte seine Geschenke. Ich und Franzi bekamen viel Schmuck und auch Geschenke von meinen Eltern und meinem Freund aus Deutschland waren dabei. Am schönsten war aber ein lila-kitschiges Kuscheltier von Dariel mit einem Herz in der Hand auf dem „me gustas tu“ (du gefällst mir) steht. Den Rest des Abends verbrachten wir dann damit Mensch ärger dich nicht zu spielen und gingen irgendwann vollgefressen (es waren nämlich keine 20 Leute gekommen und deswegen gab es mehr als genug Essen für alle) ins Bett. Ach und jetzt hätte ich fast das schöne Feuerwerk um Mitternacht vergessen. Das gehört hier zu Weihnachten genauso wie zu Silvester!






Silvester
Auch Silvester ist hier in Nicaragua eher ein Familienfest. Fast noch mehr als Weihnachten. Nachdem ich den ganzen Nachmittag damit verbracht hatte einen „Viejo“ , also einen Alten, zu basteln und Böller zu kaufen, machten wir uns Abends alle fertig um zu Juani, der Tochter von Rosita, zu fahren. Dort spielten wir „Amigo secreto“ (geheimer Freund), also Wichteln. Eine Woche vorher hatten wir die Namen aller (anwesenden) Familienmitglieder auf Zettelchen geschrieben und Geschenke überlegt. Nach dem Ninosca (auch Familie, aber fragt mich nicht über die Art der Verwandtschaft) 1,5 Stunden zu spät kam konnten wir auch endlich mit der Übergabe der Geschenke beginnen. Ich bekam einen Stiftehalter in der Form Nicaraguas von Rosmary, der kleinen Tochter von Juani und auch Franzi bekam ein Geschenk von ihr. Danach war ich dran und übergab mein Geschenk an Eliud dem Sohn von Juani. So ging es immer weiter bis die Kette bei Juani und Ninosca stoppte die sich gegenseitig hatten und auch Moises und Dariel beschenkten sich gegenseitig. Später wurde gegessen und es wurden noch einige Böller und Wunderkerzen angezündet bis wir um 11 nach Hause gingen, wo der „Viejo“ auf uns wartete. Viejos zu machen ist ein Brauch hier. Es werden (eigentlich schon ein paar Tage vor dem 31, aber ich war etwas spät dran) Puppen gebaut. Sie Kriegen alte Kleidung an und werden mit Papier und Böllern gefüllt. Das Gesicht ist eine Fratze auf Pappe gemalt und ein Hut und eine alte Rumflasche dürfen auch nicht fehlen. Am 31 gibt es in Condega auch einen Wettbewerb um den besten Viejo, den ich natürlich mit meiner Puppe gewonnen hätte, hätte ich mitgemacht. Die Viejos werden den ganzen Silvesterabend an die Straße gesetzt, unserer da wir nicht zu Hause wahren erst ab 11. Die Leute die vorbekamen machten Fotos, steckten ihm die Zunge raus und setzen sich auf seinen Schoß. Mein armer Viejo musste schon vor 12 Uhr einiges mitmachen. Um kurz vor zwölf, war sein Stündchen dann fast geschlagen. Er wurde auf die Straße gelegt und konnte seine letzen Minuten noch einmal die Wolken betrachten, 2012 würde er aber nicht erleben. Als nur noch eine Minute bis zum neuen Jahr fehlte zündete Calu ihn nämlich an und in einem großen Knallkonzert verabschiedete sich der Viejo und damit auch das Jahr 2011 von uns. Nachdem Calu und Dariel noch vier Böller aus seinem Socken retten konnten, die nass geworden waren und deswegen nicht gezündet hatten, aßen wir gemeinsam ein zweites mal Abendbrot und wünschten uns ein feliz año nuevo.
Franzi hat übrigens den Start ins Jahr 2012 verschlafen ;)

Und um euch ein bisschen neidisch zu machen: Die Zeit zwischen den Feiertagen haben wir in der Nähe von León am Strand verbracht :-P

Und nun auch an euch (wenn auch etwas spät) von mir:
Ein frohes neues Jahr 2012!!!

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Welt-AIDS-Tag


Zum Welt AIDS Tag gab es in Esteli am Park eine Feria. Da INPRHU mit Jugendlichen über dieses Thema arbeitet hatten auch wir einen Stand dort. Morgens um 9 Uhr trafen wir uns in Condega am Krankenhaus und fuhren gemeinsam mit einigen Mitarbeitern des Krankenhauses und Alyssa einer Voluntaria von Cuerpo de Paz, im Rettungswagen nach Esteli.
Da die Feria schon um 8 Uhr sollte , war um 10 Uhr als wir ankamen, schon fast alles aufgebaut. Los ging es aber erst 20 Minuten später, mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne. Es nahmen viele Verschiedene Organisationen aus Estelí und Umgebung teil. Zum Beispiel das Casa de Adolecentes, das nicaraguanische Militär, eine Gruppe aus San Juan de Limai, INPRHU-Esteli und natürlich das Gesundheitsministerium (MINSA) die verschiedene Stände mit Infomaterial über AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten verteilten. Zum Programm gehörte außerdem ein Auftritt des nicaraguanischen Michael Jackson der mit Jubelrufen begrüßt wurde. Auch Mariatchies traten auf und der Gebrauch von Kondomen wurde erklärt.
Bei einem Quiz und einen Tanzwettbewerb konnte man einen Rucksack und T-Shirts gewinnen.
In einem Rap wurde zur Solidarität mit AIDSkranken aufgerufen. „El SIDA no mata lo que mata es la discriminación” (AIDS tötet nicht, was tötet ist die Diskriminierung) war der Text eines vorgeführten Liedes.
Die ganze Veranstaltung stand unter dem Motto: Infórmate – Protégete (Informier dich – Schütz dich)
Morgen wird es auch eine Feria am Krankenhaus in Condega geben. Leider kann ich dort nicht dabei sein, weil wir zu einem Treffen in der Deutschen Botschaft in Managua fahren.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Kurs mit Jugendlichen

In der INPRHU, meiner Organisation, gibt es jedes Jahr Kurse für Jugendliche bei denen über verschiedene wichtige Themen geredet wird.
Das Thema des vergangenen Sonntags war Drogen und Lebensplanung.
Zu den Kursen kommen Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen und Dörfern Condegas. Da wegen des starken Regens der letzen Wochen einige Brücken zerstört sind und für manche Jugendliche es deswegen schwerer oder auch unmöglich ist zu kommen, warteten wir etwas länger auf die Teilnehmer (Länger als es für die normale nicaraguanische Unpünktlichkeit üblich ist).
Irgendwann war die Gruppe aber endlich so groß, dass wir beginnen konnten. Zu Beginn bekamen die Jugendlichen einen Fragebogen mit dem sie selber über ihr Wissen über Drogen reflektieren sollten. Gefragt wurden Sachen wie:
- Welchen Effekt haben Drogen?
- Welche Drogen kennst du?
- Wie können wir Drogenkonsum verhindern?
Danach gab es ein Luftballon Wettbewerb.
Die Gruppe wurde in zwei Teams geteilt. Die Beiden Teams verteilten die Nummern eins bis sechs untereinander und traten danach gegeneinander an. Tati nannte blind eine Zahl und derjenige mit der passenden Nummer musste reagieren und sich einen Luftballon schnappen. Diesen transportierte er so schnell es ging zum Stuhl am anderen Ende des Raums und zerplatze ihn, indem er sich draufsetzte. Im Luftballon befand sich jeweils eine Frege, die von dem Spieler beantwortet werden musste. Beantwortete er die Frage richtig, gab es 10 Punkte, brauchte er die Hilfe der anderen Gruppenmitglieder, nur 5.
Später gab es noch eine Powerpoint Präsentation über Drogen und eine Gruppenarbeit in der eine Gruppe ein Lied schreiben musste, die andere ein Gedicht und unsere Gruppe eine Geschichte, die anschließend Präsentiert wurden.
In den gleichen Gruppen wurde nun auch über Mythen über Drogen gesprochen und die Gruppen sollten beantworten ob diese Stimmen. Die Gruppen diskutierten über Aussagen wie z.B.: „Alkohol wirkt sexuell stimulierend“,“ Drogen werden vor den Eintritt in die Plazenta ausgefiltert“ und „Light-Zigaretten sind nicht gefährlich“
Später wurde noch darüber gesprochen, dass es hilft ein Ziel in seinem Leben zu haben um Drogen besser wiederstehen zu können. So wurde dazu übergeleitet wie Lebensläufe und Bewerbungsschreiben gestaltet werden.
Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Mittagessen und alle gingen nach Hause.

Austausch mit "Los Pipitos"




Letzte Woche Mittwoch bekamen wir in der INPRHU Besuch aus Esteli. Julia, eine Freiwillige die bei „los Pipitos“ arbeitet hatte dieses Treffen organisiert. Los Pipitos ist „ein gemeinnütziger Selbsthilfeverein der 1987 von Angehörigen Körper- und geistig behinderter Kinder gegründet“ wurde. Sie setzen sich seit dem für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein und wollen die Gesellschaft mit ihrer Arbeit sensibilisieren, Familienangehörige ausbilden und politische Programme anstoßen. Dabei wollen sie dabei helfen die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung zu verbessern. (Quelle: Welthaus Bielefeld: http://www.welthaus.de/fileadmin/user_upload/Auslandsprojekte/weltwaerts/Projektbeschreibungen_Sep._2010/Nicaragua/Platz1_-_PIPITOS_sitiowebWH_puestos2011_CET_deutsch.pdf)



Um 14 Uhr kamen mehr als 20 Jugendliche in dem Pipitos-Bus an. Als auch der mitgebrachte Dokumentarfilm abspielbereit war konnte der gemeinsame Nachmittag beginnen. Nach der Begrüßung führte die Tanzgruppe der Pipitos einen Tanz vor. Auch unsere Tanzmädchen aus der INPRHU hatten etwas vorbereitet. Nach der Flötenaufführung wurde dann der Dokumentarfilm vorgeführt. In dem Film berichteten die Jugendlichen aus Esteli über ihr Leben mit einer Behinderung über ihre Erfahrungen in ihrem Barrio, mit der Liebe und mit Freunden. Sie berichten über Schwierigkeiten auf der Straße und zuhause und darüber was es heißt mit einer Behinderung in Nicaragua leben zu müssen.
Anschließend an den Film gab es eine Diskussion. Es wurde über die Rechte von Menschen mit Behinderung geredet und die INPHRU Kinder luden die Jugendlichen vonLos Pipitos ein öfters vorbeizukommen.

Später machten wir noch ein paar Schwungtuchspiele. Luftballons und verschiedene Bälle wurden durch die Luft geschleudert und alle hatten einen Riesen Spaß.
Dann war der gemeinsame Nachmittag auch schon zu Ende und der Los Pipitos-Bus machte sich wieder auf den Weg nach Esteli.

Donnerstag, 15. September 2011

Besuch in Condega




Gestern war der erste offizielle Besuch in Condega. Natürlich war ich schon vorher da gewesen. Julia und Maria empfingen uns in der Inprhu wo uns Gerardo und Irma über die Arbeit des Projekts informierten.
Inprhu ist die Abkürzung für Instituto de la Promoción Humana, was übersetzt so viel heißt wie Institut zur Förderung der Menschlichkeit. Die INPRHU ist eine Nichtregierungsorganisation die es in verschiedenen Städten Nicaraguas gibt. Man kann sie sich so wie eine Art Jugendzentrum vorstellen. Es gibt dort Raum zu spielen und an verschiedenen Kursen teilzunehmen. Die Kurse (Flöten-, Mal-, Handarbeits-, Tanz-, und Sportunterricht) werden größtenteils auch in den Comuniades (den Gemeinden) Condegas angeboten. Weitere Angebote der INPRHU sind Nähkurse sowie ein Projekt zur Aidsprävention.
In der INPRHU stellte uns Gerardo auch das Ofen-Projekt vor. Ein neues Projekt welches von der INPRHU in Zusammenarbeit mit dem Kreispartnerschaftsverein Herford-Condega koordiniert wird. Die Idee Öfen zu bauen die weniger Feuerholz verbrauchen entstand vor etwa einem Jahr. Schon vorher gab es diese Öfen in einigen Gemeinden Condegas. Diesmal wurden Öfen in anderen Gemeinden Condegas gebaut und auch ca. 40 Frauen im Zentrum Condegas, die ihr Geld mit dem Verkaufen von Tortillas verdienen, wurden unterstützt. Die Familien steuerten ihre Arbeit und einen Sack Zement für den Bau der Öfen bei. Anschließend an den Besuch in der INPRHU gingen wir zu Rosita (Meiner Gastmutter) die uns ihren neuen Ofen präsentierte. Sie berichtete dass sie auf dem Ofen jeden Morgen 180 bis 200 Tortillas macht und dafür früher drei große Holzstücke gebraucht hätte. Mit dem neuen Ofen braucht sie nur noch eins. Die neuen Öfen seien nicht nur gut für die Umwelt, sondern es spare auch Geld und die Gesundheit der Frauen würde nicht mehr so belastet, da die Öfen über ein Abzugsrohr verfügen welches den Rauch nach draußen transportiert, berichtet sie.
Nach dem Besuch bei Rosita gingen wir in den Park in das Museum und zum berühmten Flugzeug Condegas, welches am höchsten Punkt der Stadt thront . Wenn man den Condeganern glauben darf, wurde dieses amerikanische Lastenflugzeug im Condra-Krieg abgeschossen. Spöttische Stimmen behaupten aber auch, dass es von selbst runtergefallen wäre.
Unsere Mittagspause verbrachten wir dann im Las Vegas. Einem Restaurant mit Schwimmbad im Süden der Stadt. Hier erholten wir uns zwei Stunden und einige von uns gingen auch schwimmen. Danach fuhren wir mit dem Bus weiter nach Ducuale und Besuchten die Ceramica. Dies ist ein Frauenprojekt in dem 10 Frauen arbeiten und verschiedenste Dinge aus Ton herstellen. Die Töpferei ist eine alte Tradition Condegas, so bedeutet Condega aus dem Nahuatl übersetzt auch Erde der Töpfer.

Eindrücke aus Esteli und Condega