Donnerstag, 12. April 2012

Vom Höllenschlund ins Paradies…











… ging meine Reise in der Semana Santa (heilige Woche) vor Ostern.

Zusammen mit Max machten wir uns am Samstag, unseren ersten freien Tag, auf den Weg nach Masaya. Masaya ist eine Stadt in der Nähe von Managua die Berühmt ist für ihr Kunstgewerbe und für ihren Vulkan. Da ich nun schon einige Male in Nicaragua war und noch nie einen Vulkan von nahen gesehen hatte und dass obwohl das Land als Land der Vulkane und Seen bekannt ist, war es also Pflicht bei diesem Ausflug den berühmten Vulkan in Masaya zu besuchen. Dieser Vulkan ist auch als ein Eingang zur Hölle bekannt. Der beeindruckende Krater des aktiven Vulkans erklärt auch warum. So setzen die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert ein Kreuz an den Rand des Kraters um so den Teufel abzuwehren. Seinen letzen Ausbruch hatte er allerdings im Jahr 1772 (www.wikipedia.org). Der Masaya Vulkan ist der einzige Vulkan den man mit dem Auto befahren kann. Diese müssen aus Sicherheitsgründen allerdings immer mit dem Heck Richtung Krater, losfahrbereit, geparkt werden. Max und ich hatten bei unserem Ausflug doppelt Glück. Erstens: Sportlich wie wir sind wollten wir den Vulkan zu Fuß besteigen, nach einem Kilometer hielt allerdings ein Pärchen aus Managua an, welche uns in ihrem Auto mit nach oben nahm. So ersparten wir uns den 6 km langen weg in prallender Sonne. Auch auf dem Rückweg hatten wir Glück und wurden mitgenommen. Zweitens: Durch Björn, einen Deutschen aus Iserlohn, den wir in unserem Hotel kennengelernt haben, erfuhren wir dass der Vulkan am nächsten Tag aus Sicherheitsgründen geschlossen war. Wir hatten also Glück überhaupt hinauffahren zu können.

Am nächsten Tag gingen wir noch auf den berühmten Kunsthandwerksmarkt in Masaya und ich konnte mir eine neue Tasche kaufen, da meine kaputt gegangen war. .
Mittags nahmen wir dann den Bus Richtung Granada. Das dauert nur eine halbe Stunde und der Bus hat uns direkt am Park und somit an der schönen Kathedrale raus gelassen. Jetzt mussten wir nur noch eine Unterkunft finden.
Das erste Hostel an dem wir anfragten war voll aber gottseidank gab es nebenan noch Platz in einem der Schlafsäle. Abends guckten wir uns noch kurz den Park an hatten aber nach dem Besuch des Marktes in Masaya erst einmal genug von Kunsthandwerk. Den nächsten Tag nutzen wir dazu uns die Stadt anzuschauen. Wir bestiegen einen Kirchturm und konnten Granada so von oben bewundern. Danach gingen wir zum Hafen, wo die Schiffe zur Isla de Ometepe unser nächstes Reiseziel abfuhren. Mittags aßen wir bei Tio Antonio, der ein Restaurant hat welches von Taub-Stummen bedient wird. Außerdem gibt es dort eine Hängematten-Werkstatt und die größte Hängematte der Welt!? Dieses Projekt unterstützt so Menschen für die es schwerer ist einen Job hier zu bekommen. Nachmittags guckten wir uns weiter die Stadt an. Es gibt viele wunderschöne Häuser im Kolonialstiel und auch die Kathedrale ist sehr beeindruckend. Der Höhepunkt des Granadaaufenthalts war aber die Pizzeria die wir am Abend besuchten. Nach einem halben Jahr ohne Pizza war die Pizza die wir in einem kubanischen Restaurant aßen einfach nur köstlich.










Am nächsten Tag, von der Hitze in Granada geplättet, machten wir gar nichts mehr. Wir mussten sowieso um 11 Uhr den Bus nehmen um nach Rivas zu kommen von wo wir weiter zur Isla de Ometepe fahren wollten. Der Bus den wir erwischten war unglaublich voll, so dass wir 1,5 Stunden schwitzend aneinandergepresst mit lauter Turis verbrachten. Am Busterminal in Rivas wurden wir erst einmal von einem Busfahrer verarscht. Er versicherte uns direkt zum Boot zu bringen welches sofort abfahren würde, wofür wir ein kleines Vermögen bezahlen mussten. Das Boot war dann schon weg als wir am Hafen ankamen und wir mussten noch mehr als eine Stunde auf das nächste warten. Wir hätten also ganz ruhig einen Bus oder ein billigeres Taxi nehmen könnten. Aber dann machten wir und endlich auf den weg und setzen über den Nicaraguasee, in welchem die Isla de Ometepe liegt. Das besondere an dieser Insel ist, dass sie aus zwei Vulkanen besteht: Concepción, der größere Vulkan ist sogar noch aktiv. Maderas: der kleinere Vulkan ist nicht mehr aktiv und hat eine Lagune im Krater. Da wir uns keinen genauen Plan gemacht hatten welche Orte wir besuchen wollten blieben wir die erste Nacht in Moyogalpa der größten Stadt der Insel, um uns etwas zu orientieren. Dort landeten wir in einem kleinen Hippie-Hostal, welches von französischen Aussteigern geleitet wurde; ein sehr entspannter Ort mit Hängematten, bunten Tüchern, Affen und Rehen. Alles in allem ein sehr ruhiges und schönes Örtchen, welches ich falls ich noch einmal auf die Insel komme, auf jeden Fall noch einmal besuchen werde. Dort planten wir auch am nächsten Tag Richtung Vulkan Maderas aufzubrechen.

Wir gingen zur berühmten Finca Magdalena um am nächsten Tag an einer Vulkan-Tour teilzunehmen. Um 7:30 trafen wir uns mit unserem Guía der uns auf den Berg begleitete. Der Aufstieg fing vielversprechend an. Wir stiegen ein paar Treppenstufen hoch und machten halt an einem Petroghttp://www.blogger.com/img/blank.giflyph den die Maya hinterlassen hatten. Wir freuten uns schon über den leichten Aufstieg und gingen munter drauf los. Ungefähr nach einer Stunde wurde der weg etwas schwieriger. Es ging etwas steiler bergauf und man musste etwas klettern. Ein wunderschöner Aussichtspunkt belohnte aber den bisherigen Aufstieg. Dort ahnten wir noch nicht dass es danach erst richtig los gehen sollte. Übermutig fragte ich den Guía ob wir nun schon die Hälfte hätten. Dieser lachte nur. Doofe Frage! Der weg wurde nun immer steiler und die Steine immer glitschiger. Es hatte die Nacht vorher geregnet und vor uns waren schon einige Gruppen hochgegangen, die den weg schlammig und glitschig hinterlassen hatten. Irgendwann konnte man den Aufstieg mehr als klettern als, als wandern bezeichnen. Ich hatte so langsam keine Lust mehr. Aber es fehlte immer noch eine Stunde an denen man sich an Wurzen hochziehen und Felsen überwinden musste. Der Anfang des Weges war trügerisch und ich hatte meine Ausdauer überschätzt. Als wir endlich an der Kraterspitze ankamen, fehlte noch das schlimmste: der Abstieg in den Krater. Der Weg hinunter war noch steiler und noch glitschiger als der Weg zu vor und ich rutschte mehr ins Ziel als alles andere. Belohnt wurde das ganze Gekrakzel mit der Lagune in mitten des Kraters. Leider war es mehr ein Schlammloch als ein See, was Max der sich mutig ins Wasser stürzte am eigenen Leib erfahren durfte. Der Schlamm war von einer 10cm Wasserschicht bedeckt, so dass man ihn erst wahrnahm wenn man tatsächlich ins Wasser watete. Ich begnügte mich damit mich einfach nur hinzulegen und vom Aufstieg zu erholen. Ich war mir schließlich genau bewusst, dass der Abstieg noch auf mich wartete. Berg runter ging es dann erstaunlich gut. Der weg war immer noch glitschig und Max legte sich einige Male auf die Schnauze was bei den anderen für Belustigung sorgte, aber ich kam langsam aber sicher hinunter. Am Ende zitterten meine Beine aber ganz schön und die letzen Meter hatte ich das Gefühl das sie mich keinen Meter weit mehr tragen wollen.
Ich kam trotzdem schlammig aber glücklich wieder in der Finca Magdalena an, wo ich mich mit einem frischen Mango-Saft belohnte. Am nächsten Tag war Erholung angesagt und Abends wurden wir noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.anach war unser Urlaub auch leider schon wieder vorbei.

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