Klagten die Bauern letzes Jahr noch über Trockenheit und einer dadurch bedingten schlechten Ernte ist davon dieses Jahr nichts mehr zu hören. Es regnet jeden Tag: Morgens ist es Sonnig und manchmal unerträglich heiß aber schon ab 12 bedeckt sich der Himmel und ab 5 muss man mit Regen rechnen. Es ziehen schwarze Wolken auf und in der Ferne sieht man Blitze und hört das Donnern. Die Vorboten eines herannahenden Unwetters. Die Brücken zu den Gemeinden Condegas sind teilweise nicht mehr passierbar. Um nach Yali zu kommen mit dem Bus muss man aussteigen und über die Hängebrücke gehen. Auf der anderen Seite steigt man dann in einen anderen Bus, da die Brücke für Autos nicht passierbar ist momentan. In Ducuale habe ich mit Arbeitern gesprochen die eine Nacht dort bleiben mussten. Weil der Wasserspiegel im Fluss angestiegen ist und sie deswegen nicht zurück kamen. Auch wenn es in Condega nicht regnet kann dies passieren. Regen in Somoto, Ocotal oder Esteli sorgt dafür das der Wasserpegel steigt und die Brücken unpassierbar werden. Regelmäßig kommen Manuel und Daniel nun nass aus den Gemeinden, wo sie unterrichten. Sei es wegen starken Regen oder weil sie über eine überflutete Brücke gehen mussten. Wie schon gesagt viel letzes Jahr die Ernte schlecht aus, wegen der Trockenheit. Dieses Jahr gibt es nun das gegenteilige Problem. Die Ernte wurde von vielem Regen zerstört. Die Bohnen und der Mais die geerntet werden sind schlecht. Deswegen wird in naher Zukunft der Preis dieser Nahrungsmittel ansteigen. Dies wird besonders stark die ärmeren Familien treffen. Da Mais und Bohnen neben Reis hier zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Aus Mais wird die Tortilla gemacht. Die es hier zu jeder Mahlzeit gibt: Ein Pfannkuchen aus Maismasse und Wasser. Dazu gibt es Gallo Pinto: Reis mit Bohnen. Diese Lebensmittel sind Bestandteil JEDER Mahlzeit hier: Frühstück, Mittagessen und Abendbrot.
Nun möchte ich euch noch von einem total schönen Erlebnis hier erzählen. Immer wenn ich gefragt werde was ich an Nicaragua so mag, sage ich die Gastfreundschaft, die Freundlichkeit, Fröhlichkeit und Offenheit der Menschen. Mir viel es schwer konkrete Situationen zu nennen. Die Häuser hier stehen immer offen. Man ist immer Willkommen und wird immer freundlich begrüßt.
Letzte Woche in San Ramon hatte ich ein Erlebnis, was diese Freundlichkeit noch mal bestätigt. Einmal die Woche fahre ich nach San Ramon um dort mit den Kindern zu spielen. Die Kinder dort haben mich gebeten diese Arbeit die Julia dort angefangen hat fortzuführen, da Donnerstags dort kein INPRHU-Kurs stattfindet. Wir spielten und malten 2 Stunden und als die Wolken immer dunkler wurden, sagte ich zu den Kindern, dass ich wohl besser gehen würde, bevor der Regen anfinge. Natürlich erwischte mich der Regen genau an der Straße an der ich auf den Bus wartete. Kein Schutz vor Regen weit und Breit. Wie immer in solchen Situationen lies der Bus auf sich warten. Es kamen noch mehrere andere Personen, die natürlich schlauer waren als ich und einen Regenschirm dabei hatten. Ein anscheinend auch auf den Bus wartendes Mädchen bot mir an mich mit unter ihren Schirm zu stellen. Ich war sehr Dankbar. Sie hielt den Schirm mehr über mich als über sich selber, so das ich einigermaßen trocken blieb, sie aber nass wurde. Wir unterhielten uns ein bisschen und nach 10 Minuten kam endlich der Bus. Ich ging nach vorne um den Bus heranzuwinken und dachte auch sie würde einsteigen. Aber sie verabschiedete sich und ging zurück in ihr Haus. Sie war also nur rausgekommen um mir Schutz vor dem Regen zu bieten. Ich dachte mir sowas würd in Deutschland auch nicht passieren. Das jemand fremdes aus dem Haus kommt um einem den Regenschirm zu halten. Jetzt wisst ihr also warum ich dieses Land so liebe. Wegen alltäglichen Situationen die hier passieren, in denen die Nicaraguaner ihre unendliche Freundlichkeit und Fröhlichkeit beweisen.
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