Donnerstag, 1. Dezember 2011

Welt-AIDS-Tag


Zum Welt AIDS Tag gab es in Esteli am Park eine Feria. Da INPRHU mit Jugendlichen über dieses Thema arbeitet hatten auch wir einen Stand dort. Morgens um 9 Uhr trafen wir uns in Condega am Krankenhaus und fuhren gemeinsam mit einigen Mitarbeitern des Krankenhauses und Alyssa einer Voluntaria von Cuerpo de Paz, im Rettungswagen nach Esteli.
Da die Feria schon um 8 Uhr sollte , war um 10 Uhr als wir ankamen, schon fast alles aufgebaut. Los ging es aber erst 20 Minuten später, mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne. Es nahmen viele Verschiedene Organisationen aus Estelí und Umgebung teil. Zum Beispiel das Casa de Adolecentes, das nicaraguanische Militär, eine Gruppe aus San Juan de Limai, INPRHU-Esteli und natürlich das Gesundheitsministerium (MINSA) die verschiedene Stände mit Infomaterial über AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten verteilten. Zum Programm gehörte außerdem ein Auftritt des nicaraguanischen Michael Jackson der mit Jubelrufen begrüßt wurde. Auch Mariatchies traten auf und der Gebrauch von Kondomen wurde erklärt.
Bei einem Quiz und einen Tanzwettbewerb konnte man einen Rucksack und T-Shirts gewinnen.
In einem Rap wurde zur Solidarität mit AIDSkranken aufgerufen. „El SIDA no mata lo que mata es la discriminación” (AIDS tötet nicht, was tötet ist die Diskriminierung) war der Text eines vorgeführten Liedes.
Die ganze Veranstaltung stand unter dem Motto: Infórmate – Protégete (Informier dich – Schütz dich)
Morgen wird es auch eine Feria am Krankenhaus in Condega geben. Leider kann ich dort nicht dabei sein, weil wir zu einem Treffen in der Deutschen Botschaft in Managua fahren.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Kurs mit Jugendlichen

In der INPRHU, meiner Organisation, gibt es jedes Jahr Kurse für Jugendliche bei denen über verschiedene wichtige Themen geredet wird.
Das Thema des vergangenen Sonntags war Drogen und Lebensplanung.
Zu den Kursen kommen Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen und Dörfern Condegas. Da wegen des starken Regens der letzen Wochen einige Brücken zerstört sind und für manche Jugendliche es deswegen schwerer oder auch unmöglich ist zu kommen, warteten wir etwas länger auf die Teilnehmer (Länger als es für die normale nicaraguanische Unpünktlichkeit üblich ist).
Irgendwann war die Gruppe aber endlich so groß, dass wir beginnen konnten. Zu Beginn bekamen die Jugendlichen einen Fragebogen mit dem sie selber über ihr Wissen über Drogen reflektieren sollten. Gefragt wurden Sachen wie:
- Welchen Effekt haben Drogen?
- Welche Drogen kennst du?
- Wie können wir Drogenkonsum verhindern?
Danach gab es ein Luftballon Wettbewerb.
Die Gruppe wurde in zwei Teams geteilt. Die Beiden Teams verteilten die Nummern eins bis sechs untereinander und traten danach gegeneinander an. Tati nannte blind eine Zahl und derjenige mit der passenden Nummer musste reagieren und sich einen Luftballon schnappen. Diesen transportierte er so schnell es ging zum Stuhl am anderen Ende des Raums und zerplatze ihn, indem er sich draufsetzte. Im Luftballon befand sich jeweils eine Frege, die von dem Spieler beantwortet werden musste. Beantwortete er die Frage richtig, gab es 10 Punkte, brauchte er die Hilfe der anderen Gruppenmitglieder, nur 5.
Später gab es noch eine Powerpoint Präsentation über Drogen und eine Gruppenarbeit in der eine Gruppe ein Lied schreiben musste, die andere ein Gedicht und unsere Gruppe eine Geschichte, die anschließend Präsentiert wurden.
In den gleichen Gruppen wurde nun auch über Mythen über Drogen gesprochen und die Gruppen sollten beantworten ob diese Stimmen. Die Gruppen diskutierten über Aussagen wie z.B.: „Alkohol wirkt sexuell stimulierend“,“ Drogen werden vor den Eintritt in die Plazenta ausgefiltert“ und „Light-Zigaretten sind nicht gefährlich“
Später wurde noch darüber gesprochen, dass es hilft ein Ziel in seinem Leben zu haben um Drogen besser wiederstehen zu können. So wurde dazu übergeleitet wie Lebensläufe und Bewerbungsschreiben gestaltet werden.
Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Mittagessen und alle gingen nach Hause.

Austausch mit "Los Pipitos"




Letzte Woche Mittwoch bekamen wir in der INPRHU Besuch aus Esteli. Julia, eine Freiwillige die bei „los Pipitos“ arbeitet hatte dieses Treffen organisiert. Los Pipitos ist „ein gemeinnütziger Selbsthilfeverein der 1987 von Angehörigen Körper- und geistig behinderter Kinder gegründet“ wurde. Sie setzen sich seit dem für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein und wollen die Gesellschaft mit ihrer Arbeit sensibilisieren, Familienangehörige ausbilden und politische Programme anstoßen. Dabei wollen sie dabei helfen die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung zu verbessern. (Quelle: Welthaus Bielefeld: http://www.welthaus.de/fileadmin/user_upload/Auslandsprojekte/weltwaerts/Projektbeschreibungen_Sep._2010/Nicaragua/Platz1_-_PIPITOS_sitiowebWH_puestos2011_CET_deutsch.pdf)



Um 14 Uhr kamen mehr als 20 Jugendliche in dem Pipitos-Bus an. Als auch der mitgebrachte Dokumentarfilm abspielbereit war konnte der gemeinsame Nachmittag beginnen. Nach der Begrüßung führte die Tanzgruppe der Pipitos einen Tanz vor. Auch unsere Tanzmädchen aus der INPRHU hatten etwas vorbereitet. Nach der Flötenaufführung wurde dann der Dokumentarfilm vorgeführt. In dem Film berichteten die Jugendlichen aus Esteli über ihr Leben mit einer Behinderung über ihre Erfahrungen in ihrem Barrio, mit der Liebe und mit Freunden. Sie berichten über Schwierigkeiten auf der Straße und zuhause und darüber was es heißt mit einer Behinderung in Nicaragua leben zu müssen.
Anschließend an den Film gab es eine Diskussion. Es wurde über die Rechte von Menschen mit Behinderung geredet und die INPHRU Kinder luden die Jugendlichen vonLos Pipitos ein öfters vorbeizukommen.

Später machten wir noch ein paar Schwungtuchspiele. Luftballons und verschiedene Bälle wurden durch die Luft geschleudert und alle hatten einen Riesen Spaß.
Dann war der gemeinsame Nachmittag auch schon zu Ende und der Los Pipitos-Bus machte sich wieder auf den Weg nach Esteli.

Donnerstag, 15. September 2011

Besuch in Condega




Gestern war der erste offizielle Besuch in Condega. Natürlich war ich schon vorher da gewesen. Julia und Maria empfingen uns in der Inprhu wo uns Gerardo und Irma über die Arbeit des Projekts informierten.
Inprhu ist die Abkürzung für Instituto de la Promoción Humana, was übersetzt so viel heißt wie Institut zur Förderung der Menschlichkeit. Die INPRHU ist eine Nichtregierungsorganisation die es in verschiedenen Städten Nicaraguas gibt. Man kann sie sich so wie eine Art Jugendzentrum vorstellen. Es gibt dort Raum zu spielen und an verschiedenen Kursen teilzunehmen. Die Kurse (Flöten-, Mal-, Handarbeits-, Tanz-, und Sportunterricht) werden größtenteils auch in den Comuniades (den Gemeinden) Condegas angeboten. Weitere Angebote der INPRHU sind Nähkurse sowie ein Projekt zur Aidsprävention.
In der INPRHU stellte uns Gerardo auch das Ofen-Projekt vor. Ein neues Projekt welches von der INPRHU in Zusammenarbeit mit dem Kreispartnerschaftsverein Herford-Condega koordiniert wird. Die Idee Öfen zu bauen die weniger Feuerholz verbrauchen entstand vor etwa einem Jahr. Schon vorher gab es diese Öfen in einigen Gemeinden Condegas. Diesmal wurden Öfen in anderen Gemeinden Condegas gebaut und auch ca. 40 Frauen im Zentrum Condegas, die ihr Geld mit dem Verkaufen von Tortillas verdienen, wurden unterstützt. Die Familien steuerten ihre Arbeit und einen Sack Zement für den Bau der Öfen bei. Anschließend an den Besuch in der INPRHU gingen wir zu Rosita (Meiner Gastmutter) die uns ihren neuen Ofen präsentierte. Sie berichtete dass sie auf dem Ofen jeden Morgen 180 bis 200 Tortillas macht und dafür früher drei große Holzstücke gebraucht hätte. Mit dem neuen Ofen braucht sie nur noch eins. Die neuen Öfen seien nicht nur gut für die Umwelt, sondern es spare auch Geld und die Gesundheit der Frauen würde nicht mehr so belastet, da die Öfen über ein Abzugsrohr verfügen welches den Rauch nach draußen transportiert, berichtet sie.
Nach dem Besuch bei Rosita gingen wir in den Park in das Museum und zum berühmten Flugzeug Condegas, welches am höchsten Punkt der Stadt thront . Wenn man den Condeganern glauben darf, wurde dieses amerikanische Lastenflugzeug im Condra-Krieg abgeschossen. Spöttische Stimmen behaupten aber auch, dass es von selbst runtergefallen wäre.
Unsere Mittagspause verbrachten wir dann im Las Vegas. Einem Restaurant mit Schwimmbad im Süden der Stadt. Hier erholten wir uns zwei Stunden und einige von uns gingen auch schwimmen. Danach fuhren wir mit dem Bus weiter nach Ducuale und Besuchten die Ceramica. Dies ist ein Frauenprojekt in dem 10 Frauen arbeiten und verschiedenste Dinge aus Ton herstellen. Die Töpferei ist eine alte Tradition Condegas, so bedeutet Condega aus dem Nahuatl übersetzt auch Erde der Töpfer.

Eindrücke aus Esteli und Condega




Mittwoch, 7. September 2011

Wochenende in Miraflor






Nach dem wir die Einführungswoche, in der es darum ging Estelí und die nicaraguaischen Freiwilligen kennenzulernen, hinter uns gebracht hatten fuhren wir am Samstagmorgen nach Miraflor. Miraflor ist ein Naturschutzgebiet in der Nähe von Estelí. Am Abend vorher hatten wir abgestimmt und entschieden uns dafür den ersten Bus um 6 Uhr morgens zu nehmen, auch wenn das hieß um 4:30 Uhr aufzustehen um um 5:30 Uhr am Busbahnhof zu sein stellte sich dies später als eine gute Entscheidung heraus. Da wir mit die Ersten am Busbahnhof (cotran norte) waren bekamen wir sogar noch einen Sitzplatz im Bus welches die Fahrt auf den holprigen und von Bächen durchkreuzten Straßen nach Miraflor etwas angenehmer gestaltete. Als wir ankamen erwartete uns ein deftiges Frühstück, typisch Nicaraguanisch mit Reis. Das brauchten wir aber auch, da wir eine lange Wanderung vor uns hatten. Auf dem Weg zum Wasserfall nahmen wir den Umweg über die Comunidad und lernten so gleich auch die örtliche Schule kennen. Die ca. drei Stunden Fußmarsch zum Wasserfall wurden dann durch ein Bad im kühlen Nass belohnt. Die Landschaft in Miraflor ist echt beeindruckend und auf der Wanderung konnten wir viele Tiere und Pflanzen beobachten. Auf dem Rückweg nahmen wir den schnelleren Weg, so dass uns der Regen erst auf den letzen Metern erwischte. (Da es in der Regenzeit in Nicaragua fast immer nachmittags regnet, war es gut den frühen Bus zu nehmen. So konnten wir die morgendliche Sonne noch genießen). Inzwischen war es 4 Uhr und auf der Finca erwartete uns ein leckeres Mittagessen. Die Finca in der wir untergekommen waren hatte auch ein Baumhaus. Natürlich wollten alle darin schlafen so wurde ein Wettbewerb organisiert, um so darüber zu entschieden wer im Baumhaus schlafen dürfte. Wir anderen bezogen unsere Hütten und machten abends noch ein Lagerfeuer bei der uns eine Frau Geschichten über die Revolution erzählte. Ich persönlich beeindrucke die Gruppe immer wieder mit meinem Talent immer und überall schlafen zu können, so bekam ich von den Geschichten leider nicht so viel mit. Der Tag hatte mich doch zu sehr geschafft.
Am nächsten Tag wollten wir dann den Sonnenaufgang von einem Aussichtspunkt sehen. Dafür nahmen wir es in Kauf den zweiten Tag in Folge zu unmenschlicher Zeit aufzustehen. Um 5 Uhr gingen wir mit der Hoffnung, dass sich die Wolken lichten würden, los. Dieser Wunsch wurde leider nicht erfüllt. Trotzdem lohnte sich der Ausflug, da wir danach noch an einem unglaublich großen und holen Baum vorbeikamen. Nach dem wir gefrühstückt hatten halfen wir dann noch bei der Arbeit die es auf dem Land so zu tun gibt. Einige von uns ernteten Bananen andere bereiteten Tierfutter vor oder suchten Feuerholz. Carla und ich präparierten Saatkartoffeln für die Ernte in dem wir alle Wurzeln abmachten. Danach war auch schon wieder die Abfahrt angesagt. Wir packten unsere 7 Sachen und Terry hetzte uns zum Bus der natürlich viel zu spät kam. Deswegen hätten wir uns gar nicht beeilen brauchen aber immerhin gab es uns die Möglichkeit noch Affen anzuschauen die auf dem Baum gegenüber von der Bushaltestelle waren. Nach einer abenteuerlichen Rückfahrt in einem viel zu vollem Bus kamen wir dann alle erschöpft zu Hause an und ich konnte nichts anderes mehr machen als zu schlafen.

Freitag, 2. September 2011

Wieder in Nicaragua


Hallo ihr lieben,
am vergangenden Sonntag bin ich wieder in Nicaragua gelandet. Nach einer anstrengenden Reise von Düsseldorf über London und Miami nach Managua und einer anschließenden zweistündigen Busfahrt kamen um Mitternacht im Hotel Nicarao in Esteli an. Jetzt haben wir erst einmal eine Einführungswoche und am 21.9 gehen Max und ich dann nach Condega um dort für ein Jahr zu leben.
Einen ausführlichen Bericht über die erste Zeit bekommt ihr Anfang nächster Woche. Morgen geht es erstmal nach Miraflor einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Esteli.
Bis bald
Tati