Mittwoch, 8. September 2010

Mais fest







Im Moment ist Maiserntezeit: Das merkt mal vor Allem daran, dass man wenn man auf die Straße geht aus allen Ecken Männer und Frauen rufen hört, die möglichst laut ihre zahlreichen Produkte anpreisen wolle: Maiskolben (gekocht oder gegrillt), Atol (ein süßer Maisbrei), Tortilla (Pfannkuchen aus Mais), Rosquilla (Kekse aus Mais) Nacatamalses (Fleisch von Maismasse umhüllt und in Palmenblättern gekocht) und Guirila (Tortilla aus jungem Mais).
Am Sonntag fuhren Tati und ich mit der Sandinistischen Jugend nach Tule einer Gemeinde ca. 1 Stunde von Condega entfernt. Der Weg dorthin war schon ein Abendteuer. Morgens um 9 ging es los im Müllauto. Also im LKW in dem normalerweise der Müll abgeholt wird. Wir waren ca. 15 Jugendliche auf der Ladefläche. Der LKW war mit schwarz-roten FSLN flaggen geschmückt und sie sangen sandinistische Lieder und grölten Parolen. Eine Stunde Später kamen wir dreckig und mit zerzausten Haaren an. Das Fest fand auf einer Wiese statt. Es waren schon einige Stände und eine Bühne aufgebaut. Es gab natürlich alles aus Mais. Ich aß eine Guirila, die echt lecker war mit crema (Sahne) und kaufte danach den leckersten Atol der Welt (hatte zu Hause schon 2 mal Atol gegessen – einmal mochte ichs das andere mal nicht). Etwas später traf auch die Camioneta des Rathauses ein. Ein liegengebliebener LKW auf der Straße nach Tule hatte die verspätung verursacht. Mit der Ankunft der Vizebürgermeiterin konnte dann auch die Veranstaltung richtig beginnen. Es gab eine Theateraufführung und Folkloretänze. Danach wurden dann die Maiskönigin und der Maiskönig gewählt. Die Kandidaten wurden auf mit maisgeschmückten Kutschen von Kühen gezogen gebracht und trugen Kleider und Schmuck aus Mais. Sie mussten fragen beantworten wie zum Beispiel: „ Wie viele Gerichte aus Mais kennst du?“ und tanzen. Später trank ich dann eine Chicha (ein alkoholisches Getränk – wie nicht anders zu erwarten aus Mais) Man nennt es aber auch Chicha Bruja also Chicha Hexe. Das habe ich Abends dann auch gemerkt. In meinem Buch hat es schon ordentlich Tumult gemacht :D Naja zurück sind Tati und ich dann auch mit dem Bus gefahren. Es zog regen auf und wir waren echt müde. So blieb uns dann auf dem Rückweg das Abendteuer im Müllauto auch erspart.

Samstag, 28. August 2010

Schon als ich in Deutschland war hatte ich die Idee einen Kurs über Deutschland in der INPRHU anzubieten. Die Deutschen die nach Nicaragua gehen haben eine gute Vorbereitung. Sie müssen viele Vorbereitungstreffen besuchen in denen sie aufgeklärt werden über Land und Leute, Kultur und Geschichte und viele andere Dinge die einen hier im Alltag in Nicaragua weiterhelfen. Aber die Nicaraguaner kriegen keine Vorbereitung. Sie werden ins kalte Wasser geschmissen und müssen mit deutschen Eigenschaften zurechtkommen und irgendwie versuchen unser Verhalten, was ihnen gewiss manchmal komisch vorkommt zu verstehen. Wenn ich also mit Leuten aus Condega gechattet habe, kam immer wieder das Tema der Unterschiede zwischen Deutschland und Nicaragua auf. Darum habe ich beschlossen diesen Kurs zu machen. Jeden Freitag um 9 Uhr treffen wir uns nun also in der INPRHU: 3 von 4 Kurse habe ich nun gehalten. Los ging es mit allgemeinen Informationen. Wo ist Deutschland überhaupt? Wie ist das Wetter dort? Was für Tiere und Pflanzen gibt es. Weiter ging es in der ersten Stunde mit Politik. Es ist gar nicht so einfach unser doch recht kompliziertes föderalistisches politisches System auf Spanisch zu erklären. Dann noch ein bisschen Wirtschaft. Deutsche Autos kannte übrigens jeder ;-) Die zweite Stunde ging die Geschichte Deutschlands. Wir diskutierten über den Nationalsozialismus und über den Mauerfall. Don Ermen berichtete über seinen Besuch und seinen Eindruck als er in Deutschland ein KZ besucht hat: „ Es ist ein beklemmendes Gefühl. Man denkt man würde nie wieder da raus kommen.“ Außerdem redeten wir über die Situation der Deutschen in Nicaragua während des Nationalsozialismus. Don Ermen berichtete, dass sie zuerst geduldet wurden. Dann aber weil Somoza mit den USA verbündet war, dass Land verlassen mussten. Diese Woche war Tema Kultur an der Reihe. Literatur, Musik, Film, Feste. Ich zeigte Videos vom Karneval und den Trailer aus Goodbye Lenin. Ich hoffe das ich noch einen deutschen Film kriege, den ich einen Abend hier in Condega präsentieren kann. An diesem Tag hat mir die Gruppenarbeit besonders gut gefallen. Zwei Gruppen sollten jeweils Anfangsszenen aus den Büchern „Der Vorleser“ und „Tintenherz“ vorspielen. Die dritte Gruppe machte eine Fotostory der Geburtsszene in „Das Parfum“.fotos folgen demnaechst :) Jedes mal serviere ich auch deutsches Essen. Es gab schon Vollkornbrot, was man hier so wie es das in Deutschland gibt nicht kennt aber auch nicht sonderlich mag. Der Pudding letze Woche stieß schon auf mehr Begeisterung und auch den Salat mit dem guten alten Knorr Dressing fanden alle lecker. Nächste Woche werde ich mich nun mit allen noch offenen Fragen beschäftigen. Mit dem Schulsystem, Essen und Trinken, die Situation von Frauen in Deutschland, Familie, Sport und viele andere Dinge.

Neues aus Condega

Klagten die Bauern letzes Jahr noch über Trockenheit und einer dadurch bedingten schlechten Ernte ist davon dieses Jahr nichts mehr zu hören. Es regnet jeden Tag: Morgens ist es Sonnig und manchmal unerträglich heiß aber schon ab 12 bedeckt sich der Himmel und ab 5 muss man mit Regen rechnen. Es ziehen schwarze Wolken auf und in der Ferne sieht man Blitze und hört das Donnern. Die Vorboten eines herannahenden Unwetters. Die Brücken zu den Gemeinden Condegas sind teilweise nicht mehr passierbar. Um nach Yali zu kommen mit dem Bus muss man aussteigen und über die Hängebrücke gehen. Auf der anderen Seite steigt man dann in einen anderen Bus, da die Brücke für Autos nicht passierbar ist momentan. In Ducuale habe ich mit Arbeitern gesprochen die eine Nacht dort bleiben mussten. Weil der Wasserspiegel im Fluss angestiegen ist und sie deswegen nicht zurück kamen. Auch wenn es in Condega nicht regnet kann dies passieren. Regen in Somoto, Ocotal oder Esteli sorgt dafür das der Wasserpegel steigt und die Brücken unpassierbar werden. Regelmäßig kommen Manuel und Daniel nun nass aus den Gemeinden, wo sie unterrichten. Sei es wegen starken Regen oder weil sie über eine überflutete Brücke gehen mussten. Wie schon gesagt viel letzes Jahr die Ernte schlecht aus, wegen der Trockenheit. Dieses Jahr gibt es nun das gegenteilige Problem. Die Ernte wurde von vielem Regen zerstört. Die Bohnen und der Mais die geerntet werden sind schlecht. Deswegen wird in naher Zukunft der Preis dieser Nahrungsmittel ansteigen. Dies wird besonders stark die ärmeren Familien treffen. Da Mais und Bohnen neben Reis hier zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Aus Mais wird die Tortilla gemacht. Die es hier zu jeder Mahlzeit gibt: Ein Pfannkuchen aus Maismasse und Wasser. Dazu gibt es Gallo Pinto: Reis mit Bohnen. Diese Lebensmittel sind Bestandteil JEDER Mahlzeit hier: Frühstück, Mittagessen und Abendbrot.
Nun möchte ich euch noch von einem total schönen Erlebnis hier erzählen. Immer wenn ich gefragt werde was ich an Nicaragua so mag, sage ich die Gastfreundschaft, die Freundlichkeit, Fröhlichkeit und Offenheit der Menschen. Mir viel es schwer konkrete Situationen zu nennen. Die Häuser hier stehen immer offen. Man ist immer Willkommen und wird immer freundlich begrüßt.
Letzte Woche in San Ramon hatte ich ein Erlebnis, was diese Freundlichkeit noch mal bestätigt. Einmal die Woche fahre ich nach San Ramon um dort mit den Kindern zu spielen. Die Kinder dort haben mich gebeten diese Arbeit die Julia dort angefangen hat fortzuführen, da Donnerstags dort kein INPRHU-Kurs stattfindet. Wir spielten und malten 2 Stunden und als die Wolken immer dunkler wurden, sagte ich zu den Kindern, dass ich wohl besser gehen würde, bevor der Regen anfinge. Natürlich erwischte mich der Regen genau an der Straße an der ich auf den Bus wartete. Kein Schutz vor Regen weit und Breit. Wie immer in solchen Situationen lies der Bus auf sich warten. Es kamen noch mehrere andere Personen, die natürlich schlauer waren als ich und einen Regenschirm dabei hatten. Ein anscheinend auch auf den Bus wartendes Mädchen bot mir an mich mit unter ihren Schirm zu stellen. Ich war sehr Dankbar. Sie hielt den Schirm mehr über mich als über sich selber, so das ich einigermaßen trocken blieb, sie aber nass wurde. Wir unterhielten uns ein bisschen und nach 10 Minuten kam endlich der Bus. Ich ging nach vorne um den Bus heranzuwinken und dachte auch sie würde einsteigen. Aber sie verabschiedete sich und ging zurück in ihr Haus. Sie war also nur rausgekommen um mir Schutz vor dem Regen zu bieten. Ich dachte mir sowas würd in Deutschland auch nicht passieren. Das jemand fremdes aus dem Haus kommt um einem den Regenschirm zu halten. Jetzt wisst ihr also warum ich dieses Land so liebe. Wegen alltäglichen Situationen die hier passieren, in denen die Nicaraguaner ihre unendliche Freundlichkeit und Fröhlichkeit beweisen.

Samstag, 14. August 2010

El Mojon und Tanzen






Am Donnerstag war ich in Mojon. Das ist eine Gemeinde recht weit außerhalb von Condega. Ich weiß nicht genau wie lange wir gebraucht haben aber 45 min. waren es bestimmt. Und wenn ich eben gesagt hatte, die Straße nach Ducuale wäre schlecht, dann ist das verglichen mit der Straße nach el Mojon eine Lüge. Die Straße gleicht eher einem Flussbett, überall sind große Steine und tiefe Spurrillen von den Fahrzeugen. Man muss also immer aufpassen wo man gerade gut fahren kann ohne hinzufallen. Dazu kommt noch das es die ganze zeit Berg auf und ab geht. Es gleicht also eher einer Mountainbike strecke als einer gutbefahrbaren Fahrradtour. Bergab ist übrigens schlimmer als Bergauf, da Nicaraguanische Fahrräder glaub ich grundsätzlich kaputte Bremsen haben und ich immer Angst hatte bei dem nächsten Stein über den Lenker zu fliegen. Ich war echt froh als ich angekommen war und brauchte erstmal ein bisschen Pause um mich zu erholen. Dort angekommen, waren die Lehrerinnen die uns die Schule aufschließen sollten schon weg. Also mussten wir uns einen anderen Ort suchen. Yaoska schüttete mit einem Eimer wasser in ein Gebäude, damit es nicht so staubt, um dort ihren Tanzunterricht zu machen. Strom gab es dort nicht, also stellten wir den MP3 Player mit kleinen Lautsprecherboxen auf. Manuel setzte sich mit seinen Schülern an eine Art Brunnen und malte dort mit ihnen: Mit Wasserfarbe eine Landschaft, aber nur mit einer Farbe malen. Also viel Wasser und wenig Wasser bzw. viel oder wenig Farbe verwenden um die verschiedenen Schattierungen zu malen. Später sind wir mit den Tanzkindern dann noch in ein anders Haus umgezogen, wo es Strom gab. Dort habe ich dann auch mitgetanzt. Ich kann übrigens nicht tanzen aber egal, es macht Spaß. Nach einem Lied viel dann der Strom aus. Wir überlegten noch eine Dinamica (ein kleines Spiel) zu machen, aber dann kamen die Mal-Kinder und fragten ob wir Fußball spielen wollten. So spielten wir noch Fußball. Ich wusste nicht wer alles in meinem Team ist. Aber irgendwie hat es doch geklappt und wir haben 4:1 gewonnen (nicht unbedingt mir zu verdanken ;-)
Um 5 sah es dann ganz schön nach Regen aus und wir machten uns schnell auf den weg nach Condega.
Abends hatten wir dann noch Tanzkurs für die Mitarbeiter der INPRHU in Condega. Es war ganz gut mal die Schritte gezeigt zu kriegen. Da ich sonst einfach in der Disco geguckt habe, was die anderen so machen und nachgetanzt habe. Dazu muss man sagen das man in Lateinamerika in der Disco IMMER als Pärchen tanzt. In den Discos läuft viel Bachata und Raggaeton manchmal auch Salsa und Cumbia, daher ist es eigentlich Pflicht tanzen zu können. Bachata würde ich mal behaupten kann ich einigermaßen. Salsa wird da schon schwieriger. Da verknoten sich meine Füße schon mal und am schlimmsten ist Palo mayo – Das ist mehr so alle Körperteile gleichzeitig zur typisch-karibischen Musik schütteln. Es macht auf jeden Fall total spaß zu tanzen und auch wenn ich niemals wie die Nicas tanzen können werde, gebe ich nicht auf ;)

Ja ich weiß, ich bin schreibfaul…



Aber es gibt auch einfach so viel zu tun momentan. Letze Woche war ich fast jeden Tag mit Daniel in den Gemeinden. Dort haben wir die neuen Flöten präsentiert und ausprobiert, Auch die anderen Instrumente haben wir gezeigt und erklärt. Eine Melodika zum Beispiel hatte in Condega noch niemand gesehen. Als wir nach Ducuale fuhren (ca. 20 min. mit Fahrrad von Condega) hat es geregnet. Erst nur ein bisschen und dann immer mehr (Regenzeit halt) Ich hatte mir noch ne Regenjacke ausgeliehen, aber blöd war es trotzdem, da in Ducuale momentan die Schule renoviert wird und wir deswegen auf dem Sportplatz unterrichten mussten. Der Sportplatz hat natürlich kein Dach. Als der Regen anfing mussten wir also irgendwo unterschlupf suchen und übten auf einer Überdachten Terasse weiter. Da wir mit dem Fahrrad unterwegs waren wurden Daniel und ich auf dem Rückweg natürlich gut durchnässt – Trotz Regenjacke – die bringt nämlich bei richtigem Nica-Regen gar nichts. Nass werden ist aber nicht so schlimm. Ich bin ja nicht aus Zucker und es ist nicht kalt hier. Aber es gibt auch keine richtigen Straßen, geteert ist hier nur die Panamericana, die Straße die einmal ganz durch Amerika führt. Naja ich hatte mir blöderweise eine beige Hose angezogen. Die war nach meinem Besuch in Ducuale eher Braun, also Schlammbraun. In Deutschland kein Problem: Waschmaschine auf – rein damit – eine Stunde warten – und die Hose ist wie neu. Hier ist das anders. Wir haben zwar eine Waschmaschine bei uns. Was schon sehr unnormal ist, aber man kann diese nicht vergleichen mit der die ihr zu Hause stehen habt. Es ist mehr so eine Wanne in die man Wasser füllt und die sich dann dreht. Kaltes Wasser natürlich, warmes Wasser aus der Leitung gibt es ja nicht. Sauber ist die Kleidung nach dem bisschen rumgeschläuder dann nicht. Also ist Handwäsche angesagt. An sich auch nicht so schlimm. Also schon nervig weil man früh aufstehen muss. Nachmittags ist es nämlich zu warm. Aber die Ducuale-Hose war echt eine Herausforderung. Naja nun genug vom Wäschewaschen. Gibt auch interessantere Themen – traurige Themen zum Beispiel:
Abschiede
Montag Nacht sind Maria, Julia und Kamilo gefahren. Auch ein Grund warum ich nicht so oft geschrieben habe. Die letzen 2 gemeinsamen Wochen in Nicaragua mussten wir doch ausnutzen. Abschied nehmen ist schwer. Und noch schwerer ist es, wenn man nicht weiß wann man sich wieder sehen wird. Da habe ich dieses mal einen Vorteil. Ich werde die drei schon in drei Wochen wiedersehen. Auch wenn dieses andererseits den Abschied und Ungewissheit über das nächste Wiedersehen von hier bedeutet, aber daran will ich noch gar nicht denken.
Anderes Thema also aus meinem Leben in Condega. Gestern gab es den ganzen Tag kein Strom und kein Wasser. Es ist normal hier das es manchmal ausfällt, aber den ganzen Tag ohne Strom ist auch für hier nichts normales. Die Arbeit in der INPRHU stand quasi still. Die Kurse in den Gemeinden fanden natürlich statt aber alles was an den Computern gemacht werden sollte, musste auf den nächsten Tag verschoben werden. So haben wir Gesellschaftsspiele gespielt und Musik gemacht. Erst um 5pm kam der Strom wieder, so dass auch der Tanzkurs später anfangen musste. (Musik geht ja auch nur mit Strom) Und unser Tanzkurs, für die Mitarbeiter, der eigentlich anfangen sollte, musste auch auf den nächsten Tag verschoben werden. Auch meinen Kurs über Deutschland den ich Freitag gehalten hab, konnte ich nicht vorbereiten. Das musste ich dann alles heute morgen machen. Aber es ist auch eine gute Erfahrung zu wissen, dass man auch mal einen Tag ohne Strom auskommt, und wenn man wie hier auf Wasserausfall vorbereitet ist, ist das auch nicht schlimm. Man duscht halt mit einer Schüssel. Also eigentlich kein Problem, hier zumindestens - in Deutschland wär wahrscheinlich die Welt untergegangen bei einem Tag ohne Strom und fließend Wasser.

Samstag, 31. Juli 2010

Wieder angekommen






Nach mehr als 24 Stunden Reise, aus Löhne bis nach Condega, bin ich nun schon wieder fast eine Woche in Nicaragua.
Nach dem ich es endlich geschafft hatte irgendwie die Flöten, genügend Kleidung und Gastgeschenke so im Koffer zu verstauen, dass er zu ging und auch nicht über 23 Kilo wog, bin ich mit meinen Eltern zum Flughafen gefahren. Natürlich immer noch aufgeregt, aber nicht so schlimm wie letzes mal, ich wusste jetzt ja schließlich was auf mich zukommen würde. Den weg zu den USA-Flügen am Flughafen Madrid kann ich schon fast auswendig und das erste positive Erlebnis meiner Reise war, dass man auf dem Weg in die USA weniger Zettel ausfüllen muss und auch das Umsteigen in Miami war viel unproblematischer als im September. Nach einer mir unendlich vorkommenden Reise kam ich Abends um 7:30pm Ortszeit in Managua an. Dort wurde ich von Regen begrüßt und natürlich von Maria, Julia und Kamil, die gekommen waren um mich abzuholen :-) Auf einer Camioneta fuhren wir dann nachts noch nach Condega. Müde von der Reise habe ich die ersten Tage nicht viel gemacht, Natürlich bin ich gleich am ersten Tag zur INPRHU gegangen um alle dort zu begrüßen. Es war schön alle wieder zu sehen und ich hab mich gleich wieder richtig wohl gefühlt. Ich war ja schließlich auch nur 3 Monate im Urlaub in Deutschland ;-) In den nächsten Tagen bin ich dann zu Rosita gezogen, wo ich für die nächsten 6 Wochen wohnen werde, habe in der INPRHU Piñatas gebastelt und an Reuniones teilgenommen. Alles beim alten also. Freitag war dann ein Campeonato. Das nicaraguanische Rote Kreuz hat ca. 100 Kinder eingeladen. Bei Mario, der etwas außerhalb von Condega wohnt (aber zu Fuß noch gut zu erreichen) haben wir verschiedene Spiele gespielt, es gab einen erste Hilfe Kurs und getanzt wurde natürlich auch. Naja und jetzt ist erstmal Wochenende! Die erste Woche ist schon wieder so schnell vergangen, ich glaube einfach in Nicaragua gehen die Uhren schneller...

Freitag, 11. Juni 2010

Musikinstrumente für die INPRHU

Im Sommer ist es wieder soweit. Ende Juli, wenn die Semesterferien anfangen, mache ich mich wieder auf die Reise nach Condega. Ich freue mich schon sehr meine Freunde und Kollegen dort wiederzusehen und auch Julia, Kamil und Maria werden noch 2 Wochen da sein, so dass wir auch noch Zeit zusammen haben :-)

Während meines 6 monatigen Aufenhalts in Condega hat sich Maria (sie macht genau wie Kamil und Julia 1 Jahr Freiwilligendienst über Weltwärts) eine Gitarre gekauft. Wir trafen uns öfters Abends in der INPRHU und haben mit Daniel, Gerardo und anderen Musik gemacht. So kamen wir auch auf das Gespräch über Daniels Instrumente, die ihm zum Unterrichten zur verfügung stehen. Inzwischen Unterrichtet er in der INPRHU, 2 außerhalb liegenden Gemeinden und an 3 Schulen, knapp über 150 Schüler. Mit 15 Flöten, von denen nur noch 3 gut sind, kommt man da nicht weit. Wieder in Deutschland habe ich überlegt, wie man Daniel helfen könnte; da kam mir der Gedanke, dass hier in Deutschland viele Leute Blockflöten rumliegen haben, auf denen sie als Kinder mal gelernt haben, die sie aber jetzt nicht mehr benutzen.Diese Leute haben jetzt die Möglichkeit ihre Flöten für die INPRHU zu spenden!!! Auch andere kleine, guterhaltene Instrumente, wie Triangeln, Tamburine und ähnliches werden in Condega benötigt.
Ich werde die Instrumente dann im Sommer mit nach Condega bringen und dort übergeben.

Spenden könnten an verschiedenen Orten abgegeben werden:

Löhne: Schulverwaltungsamt
Herford: Kreishaus und Musikschule
Kirchlengern: Musikschule

Bilder vom Musikunterricht in der INPRHU




Sonntag, 28. März 2010

Wieder zurück


-ja-
wieder angekommen
- nein-
Und dafür brauche ich auch noch ein bisschen, um wieder anzukommen in Deutschland. Vor 1,5 Wochen, letzte Woche Mittwoch, bin ich in Düsseldorf gelandet und erst als ich den Flughafen verlies habe ich so richtig realisiert: Jetzt ist es vorbei.
Nach einer Woche voller trauriger Abschiede musste ich mich wohl oder übel auf den Weg zurück nach Deutschland machen. Und das gerade zu dem Zeitpunkt wo ich das Gefühl hatte so richtig angekommen zu sein. Natürlich war ich auch vorher schon angekommen aber, auch wenn es immer wieder zu kulturell bedingten Schwierigkeiten kam, habe ich das Land und vor Allem Condega in meinem letzten Monat noch einmal so richtig kennen und lieben gelernt. Ich bin mir sicher das es kein Abschied für immer war den ich dort genommen habe. Und hoffe, dass ich möglichst schnell zurückkehren kann. Aber wann das genau sein wird, dass weiß ich noch nicht und das macht das ankommen in Deutschland noch viel schwerer…

Partnerschaft mit dem ASB


Als ich davon gehört habe, dass das Anna Siemsen Berufskolleg in Herford, meine alte Schule, eine Partnerschaft mit der INPRHU beginnen möchte, habe ich mich natürlich sehr gefreut. Sofort habe ich Kontakt mit Elke aufgenommen! Und wir haben uns getroffen und überlegt wie eine mögliche Partnerschaft aussehen kann. Das war noch bevor ich mich auf den Weg nach Condega gemacht habe. Jetzt wo ich wieder da bin, hat sich viel getan, und diese Partnerschaft besteht bereits seit fast einem Monat. Sie ist noch in den Anfängen, aber ich bin begeistert wie viel schon passiert ist in diesem halben Jahr. In der Eingangshalle der Schule stehen Inforäume und es werden Sachen zum Verkauf angeboten, deren Erlös nach Condega geht. Am 1 März haben wir einen Live Chat organisiert, so das wir aus Condega live bei der Eröffnungsfeier in Herford dabei sein konnten. Und letzte Woche war ich mit Tatiana zusammen an der Schule um Condega und das Projekt INPRHU dort vorzustellen. Ich freue mich sehr über diese Projekt und bin mir sicher, dass es erfolgreich wird.

Freitag, 26. Februar 2010

Festival de Poesia en Granada

Letzte woche machten sich die Freiwilligen aus Condega und Esteli mal wieder auf eine Reise. Diesmal ging es nach Granada zum Poesiefestival. Damit auch alle noch fleissig arbeiten konnten fuhren wir Dienstags erst um 5 Uhr mit einem gemieteten Bus aus Estelí los. Das Motto des sechsten Poesifestivals in Granada, einer spanischen Kolonialstadt war: "La poesia es el angel de la imaginación" - "Die Poesie ist der Engel der Vorstellung" Als wir abends in Granada ankamen, legten wir nur schnell unsere Sachen im Schlafsaal ab und gingen dann zum Park, wo eine Lesung von Poeten aus der ganzen Welt stattfand. Es lasen Dichter aus, Italien, Frankreich, Deutschland, USA und aus verschiedenen Laendern Suedamerikas ihre Werke vor. Danach gab es ein Konzert von Luis Enrique. Es freuten sich schon alle darauf den Saenger von "Yo no sé mañana" live zu sehen. Leider wurden wir dann enttauscht. Anscheinend gibt es zwei Luis Enriques und derjenige der in Granada auftrat war aufjedenfall nicht der von uns erhoffte.
Am naechsten Tag gingen wir dann zum "Offenen Mikrofon" und zum "Rundentisch" mit Ernesto Cardenal, einem nicaraguanischen Priester, Politiker und Poet. Leider wurde uns Schnell von Reportern, die alle ein gutes Foto von Ernesto Cardenal haben wollten, die Sicht versperrt, so das wir uns dazu entscholssen das Museum, welches sich im gleichen Gebaeude befindet, anzuschauen.
Spaeter machten wir noch eine Isleta-Tour und danach gab es einen Karneval bei dem viele Gruppen aus Granada und der Umgebung Taenze auffuerten. Gut und Wichtig fand ich vorallen eine Gruppe die Flyer gegen das Abtreibungsverbot hier in Nicaragua verteilte und fuer das Erlauben therapeutischer Abtreibung pledierte. Die Durchfuerung einer Abtreibung ist in Nicaragua verboten und wird unter Strafe gestellt. Dieses gilt auch dann, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist. (Mehr auf: http://www.amnesty.de/journal/2009/oktober/gesetz-mit-todesfolge)
Spaeter am Abend hoerten wir uns dann noch Gedichte von Dichtern der Atlatntikkueste an. Danach gab es ein Konzert von einer Reagge-Band. Wir tanzten und fuhren danach muede nach Esteli zurrueck, wo wir um 2 Uhr nachts ankamen.

Dienstag, 16. Februar 2010

weitere Fotos









Schule in Nicaragua



Seit dem 2ten Frebruar hat hier in Nicaragua, nach 2 Monaten Ferien, die Schule wieder angefangen. Am ersten Schultag versammelten sich alle Schueler in ihren Schuluniformen in der Schule um zu erfahren mit welchen ihrer Freunde sie in eine Klasse gehen wuerden und welches ihr Lehrer sein wuerde. Dieses Jahr haben sich 740 Schueler am Instituto Nacional eingschrieben. Das sind weniger als Normal. Dies liegt zum einen daren, dass es in den weiter ausserhalb von Condega gelegenden Gemeinden inzwischen auch Sekundarstufen, zumindestens bis zum 9ten Schuljahr gibt und zum anderen, dass viele beschliessen doch lieber Geld auf den Tabakfeldern zu verdienen und nicht zur Schule zu gehen.
Wie normal zu solchen anlaessen wie den ersten Schultag, wurde zuerst gebetet und dann nachdem die Flagge gehisst wurde, die Nationalhyme gesungen. Daran das dies auch jeden Montag und Freitag morgen gemacht wird habe ich mich langsam schon gewoehnt. Das wir in der Schule weder beten, noch unsere Hymne singen, hat hier aber schon erstaunen hervorgerufen. Nachdem den Schuelern noch die Regeln der Schule vorgelesen wurde und sie ermahnt wurden diese auch einzuhalten, war der erste Schultag auch schon vorbei. Seit dem geht der Schulalltag wieder seinen normalen gang. Wie schon im letzten Schuljahr unterstuetze ich die Englischlehrerin bei ihrem Unterricht und habe auch eine 7te klasse die ich alleine Unterrichte. Die Englischlehrerin, die nur fuer 7c zustaendig ist, da die andere schon zu viele Stunden hat, kann naemlich dooferweise kaum englisch. Momentan steht noch offen was passiert wenn ich in einem Monat nicht mehr da bin um den unterricht dort zu uebernehmen.

Vergabe von Schulmaterial



Schon am Morgen haben mich einiger Kinder gefragt: "Wie sehen die Rucksaecke aus, die wir kriegen?" und "was ist da drin?" Ich war mit einigen von ihnen inCondega unterwegs um die weitere Kinder fuer die Verabe der Rucksaecke in der INPRHU einzuladen. Die Rucksaecke, die von einer Spende aus Deutschland gekauft wurden, enthalten Schulsachen wie: Hefte, Stifte, Lineale...
Diese Sachen sind fuer einen Schulbesuch notwendig.
Im Vorraus an die Veranstaltung hatten Julia udn ich die Namen eingier Kinder notiert, die immer in der INPRHU sind. Zusammen mit weitern Kinern und Jugendlichen, entstand so eine Gruppe von 30 Schuelern denen duch diese Unterstuetzung ein schulbesuch ermoeglicht wird. Ausserdem redeten wir noch mit den Muettern, damit diese ihre Kinder auch wirklich in der Schule einschreiben.
Am Nachmittag war es dann endlich soweit. Aufgrund der grossen Vorfreude, ungewoehlich puenktlich, versammelten sich die 30 Schuler in der INPRHU. Als es endlich los ging wurde jeder Schueler aufgerufen und erhielt seinen Rucksack. Spaeter wurde der Inhalt der Rucksaecke verglichen und Hefte getauscht.
Generell ist der Schulbesuch in Nicaragua kostenlos und auch eine Schulpflicht besteht. Trotzdem wird vielen Kinder das Recht auf Bildung verwehrt, da sie kein Geld haben die Nodwenigen Materialen, sowie Schuluniformen zu kaufen. So kmmt es das trotz "freier" Bildung viele Kinder nicht die Schule besuchen oder nur einen Grundschulabschluss machen.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Bluefields und Corn Island

Die Reise
Am 28.12 haben wir uns morgens mit unseren riesigen Wanderrucksaecken bei Julia getroffen um uns auf den Weg zu machen. Zu erst ging es nach Esteli und von dort nach Managua. In Managua verbrachten wir dann die Zeit um auf den Bus nach El Rama zu warten bei Pizza Hut. Um 6 ging dann die 6 stuendige Busfahrt nach El Rama los. Dort angekommen gingen wir in eine Hospedaje. Viel geschlafen haben wir allerdings nicht, da die Boote am naechsten Tag nach Bluefields schon um 5 Uhr fuhren. Morgens ging es dann also im Boot weiter. Befahrbare Strassen gibt es naemlich nicht nach Bluefields. Dann waren wir endlich da, in der schoenen Fischerstadt. Dort suchten wir erstmal ein Hotel und verschliefen dann nach einem leckeren fruehstueck den ersten Tag in der Karibik. Die fahrt hatte uns doch ganz schoen geschafft. Abens rafften wir uns noch auf und gingen etwas feiern. In eine Bar auf dem Wasser und danach ins Cima eine Disco. Am naechsten Tag ging es dann weiter nach Corn Island. Da die Frau im Restaurant gesagt hatte das Boot wuerde um 9 fahren und tickets gaeb es nur bis 7 waren wir viel zu frueh. Es stellte sich naemlich heraus das das Boot erst um 12 faehrt und es die Tickets erst ab 8 gibt. Wie auch anders zu erwarten verbrachten wir die Wartezeit mit Fruehstuecken. Zwischendruch kauften wir unsere Tickets. Um halb 12 gings dann aufs Boot. Dort mussten wir, wie es fuer Nicaragua ueblich ist, noch 1.5 stunden warten bis das Boot ent- und beladen war und die Reise losgehen konnte. Die ersten 2 Stunden waren auch echt entspannt, aber nach einem laengeren aufenthalt in "el buff" ging es dann aufs grosse, weite meer. Dort wurde die See dann rauer und wir wurden ganz schoen druchgschaukelt. Die fahrt dauerte dann auch ganze 8 Stunden bis wir abens voellig fertig auf Corn Island ankamen. Dort suchten wir uns das naechste Hotel und vielen dann nach dem Abendbrot nur noch ins Bett
Corn Island
Am naechsten Tag beschlossen wir uns ein anders Hotel zu suchen. Mit unseren Reisefuehrern machten wir uns auf den Weg. Nachdem in dem ersten Hotel unserer Wahl kein Mensch anzutreffen waren und das zweite echt nicht schoen war gingen wir ins etwas teurere Hotel Morgan. Dort hatten wir ein echt schoenes Zimmer mit eigenem Bad. Mit einem Schritt aus der Tuer sah man sofort das wunderschoene tuerkise meer mit palmen und strand. Auf CornIsland gibt es 2 schoene Straende. Einmal den Longbeach der einsam ist und wo das meer rauer ist und den PicinicCenter Beach. Wo es viele Hotels und Bars gibt. Dort tranken wir Piña Colada am Strand und Sonnten uns.
Sylvester wollten wir feiern gehen. Wir beschlossen zu Nicos Bar zu gehen. Den Tip hatte uns ein Taxifahrer gegeben. Als wir um 10 dort ankamen war allerdings nichts los und wir gingen in die Bar neben an. Spaeter war dann mehr los in Nicos Bar, aber es war eher eine ruige feier. Man feiert Sylvester wohl hier in Nicaragua eher mit der Famile und geht nicht gross weg.
Wir beschlossen auch noch nach little CornIsland zu fahren und nach der Horrorfahrt mit dem Flugzeug zuruck zu fliegen. Es kam aber da zwischen das die Bank Probleme hatte und wir so nicht genug Geld hatten um ueberzusetzen und den Flug zu buchen. Als wir am naechsten Tag mit Geld in den Taschen zum Flughafen sind gab es keine Plaetze mehr fuer Mittwoch im Flieger. So beschlossen wir doch wieder mit Boot zurueck zu fahren. Aber wir hatten glueck und die Ruekcfahrt war weitaus angenehmer.
Pearl Lagoon
Von Corn Island frueher Zurruckgekehrt als geplant wollten wir nun noch einen letzten Strandtag machen. Wir planten zu den Perl Keys zu farhen. Die Boote sollten am naechsten Tag um 8:30 gehen. Am naechsten Tag wurden wir von Regen begruesst, beschlossen aber trotzdem zu fahren und namen ein Boot zur Perl Lagoon. Wir hatten die Hoffnung, das wetter wuerde noch umschlagen. Diese Hoffnung wurde aber leider nicht bestaetigt. Die Lanchas zu den Perl Keys sollten dann auch noch 150Us$ Kosten und so beschlossen wir uns das Dorf anzugucken. Dort tranken wir in einer Bar einen Bananenmilchshake und konnten zugucken wie eine Schildkroete zubereitet wurde. Die Leute in Pearl Lagoon waren aber nicht so begeistert davon wenn man sie fotografieren wollte. Auch einen Affen in einem Kaefig haben wir gesehn. Um eins fuhr dann auch schon das letzte boot zurrueck nach Bluefields. Am naechsten Tag ging es auch wieder auf den Weg nach Hause. Die Heimreise ging diesmal ohne Uebernachtung und gestern abend sind wir wieder in Condega angekommen.

Fotos aus Bluefields und CornIsland